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Anschriftenermittlung mit der einfachen Melderegisterauskunft: Welche Ermittlungsergebnisse gibt es und was steckt jeweils dahinter?

von Aurica Voss | 28. Februar 2019

Was bedeutet es, wenn eine Person gemeldet wie angefragt, aber trotzdem nicht erreichbar ist? Welche Möglichkeiten habe ich bei einem „Nicht zu ermitteln“? Und was ist eigentlich der Unterschied zu „Unbekannt verzogen“? Diese und weitere Fragen zu den verschiedenen Auskünften in der Anschriftenermittlung beantwortet dieser Artikel.

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In Deutschland dürfen Privatpersonen sowie private Unternehmen und öffentliche Institutionen sogenannte einfache Melderegisterauskünfte (EMA) zu einzelnen bestimmten Personen im Melderegister beantragen. Diese Auskünfte beruhen auf dem aktuellen Einwohnerdatenbestand der letzten fünf Jahre und werden nur dann erteilt, wenn die Anfragedaten der gesuchten Person eindeutig zugeordnet werden können. Liegen ein Verzug oder das Versterben einer Person länger als fünf Jahre zurück, kann eine Auskunft aus dem Archiv beantragt werden, in welchem die Meldedaten bis zu 30 Jahre gespeichert werden.

Grundsätzlich beinhaltet eine einfache Melderegisterauskunft immer den vollständigen Namen der angefragten Person und deren aktuelle Anschrift sowie gegebenenfalls die Tatsache, dass die Person verstorben ist. 

Soweit der sehr übersichtliche Rahmen der Anschriftenermittlung. Die Ermittlungsergebnisse sind etwas vielfältiger und können in ihrer Bedeutung facettenreich sein. Deshalb wird im Folgenden jedes für sich anhand von Beispielen beschrieben.  

Mehrere Umzüge einer Person: Kennt das Meldeamt die neue Anschrift? 

Wenn in Deutschland eine Person umzieht und sich ummeldet, werden diese personenbezogenen Daten im Melderegister gespeichert und dürfen von der entsprechenden Meldebehörde im Rahmen einer Melderegisterauskunft übermittelt werden. Eine einfache Melderegisterauskunft beinhaltet den vollständigen Namen dieser Person, den Doktorgrad sowie die aktuelle Anschrift beziehungsweise die aktuellen Anschriften, wenn die Person beispielsweise mit Haupt- und Nebenwohnsitz gemeldet ist. 

Ist die angefragte Person innerhalb derselben Gemeinde bzw. Stadt mehrmals umgezogen, kennt die zuständige Meldebehörde sowohl die aktuelle Anschrift als auch die vorherigen Adressen, unabhängig davon, wie oft die Person umgezogen ist und immer vorausgesetzt, die Person ist ihrer Meldepflicht bei allen Umzügen nachgekommen. Frühere Anschriften sind allerdings nicht Bestandteil einer einfachen, sondern einer Erweiterten Melderegisterauskunft und werden nur beauskunftet, wenn ein berechtigtes Interesse glaubhaft gemacht werden kann. 

Ist die angefragte Person zwischen verschiedenen Gemeinden umgezogen, liegt der Meldebehörde, bei der die Anschriftenermittlung durchgeführt wird, sowohl die Herkunftsadresse als auch die Verzugsadresse vor. Die Verzugsadresse wird im Rahmen der einfachen Melderegisterauskunft als aktuelle Anschrift mitgeteilt, während die Herkunftsadresse auch in diesem Fall Gegenstand einer Erweiterten Melderegisterauskunft ist. Wenn die angefragte Person in der Zwischenzeit auch von der beauskunfteten Adresse schon wieder verzogen ist, eventuell sogar mehrfach in kurzen Abständen, kann es mindestens eine weitere Anfrage in Anspruch nehmen, bevor die aktuelle Anschrift ermittelt werden kann. 

Was, wenn die Person ins Ausland verzogen ist? 

Die neue Adresse im Ausland ist Gegenstand einer einfachen Melderegisterauskunft. Bei Umzügen ins Ausland speichert die Meldebehörde jedoch nur dann eine konkrete Anschrift, wenn die Person diese Daten beim Wegzug angegeben hat, was erfahrungsgemäß eher selten vorkommt. In den meisten Fällen liegt dem Meldeamt jedoch mindestens das Wegzugsland vor und häufig auch der Wegzugsort, sodass durch eine Anfrage in diesem Zielort eine Adresse ermittelt werden kann. In Österreich, beispielsweise, gibt es ein sogenanntes zentrales Melderegister, in welchem die Meldedaten aller Personen erfasst werden und im Rahmen einer Auskunft übermittelt werden dürfen, und auch in anderen Ländern Europas existieren zentrale Melderegister.  

Gemeldet wie angefragt, aber trotzdem nicht erreichbar? 

Ist eine Person laut einer EMA noch gemeldet wie angefragt, kann aber trotzdem postalisch nicht erreicht werden, liegt das möglicherweise daran, dass diese Person in der Zwischenzeit schon wieder verzogen ist, jedoch dem Amt, das die Auskunft erteilt hat, die neue Anschrift noch nicht vorliegt. In manchen Fällen, gerade in sehr kleinen Gemeinden, weiß die Meldebehörde, dass die Person nicht mehr wohnhaft ist wie im Melderegister verzeichnet und übermittelt dann ein „Unbekannt verzogen“. Ist dieser Umstand der Meldebehörde allerdings nicht bekannt, kann das dazu führen, dass eine Person vermeintlich noch „gemeldet wie angefragt“ ist, obwohl sie bereits verzogen ist. Daher kann es sich in Fällen, in denen eine Person trotz eines „Gemeldet wie angefragt“ postalisch nicht erreichbar ist, lohnen, nach einiger Zeit erneut eine Anschriftenermittlung in die Wege zu leiten. 

Dasselbe trifft übrigens auf das Ermittlungsergebnis „Unbekannt verzogen“ zu: Nicht immer kommen alle Personen, die umgezogen sind, ihrer Pflicht nach, sich innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Behörde ab- beziehungsweise anzumelden, tun dies aber später. Auch führen Meldebehörden mitunter eigene Ermittlungen durch, um den Verbleib einer Person aufzuklären. Deshalb lohnt es sich bei einem „Unbekannt verzogen“ immer, nach einigen Wochen oder Monaten eine erneute Melderegisteranfrage zu stellen.  

Ein weiterer Grund dafür, dass eine Person postalisch nicht erreicht werden kann, von der man vermeintlich eine aktuelle Anschrift hat, ist der, dass diese Person zwischenzeitlich den Namen geändert hat, beispielsweise aufgrund von Heirat oder Scheidung. Der neue Name ist Bestandteil einer einfachen Melderegisterauskunft und geht häufig mit der Angabe einher, ob der angefragte Name der Geburts- oder frühere Name war, was einen wesentlichen Faktor für die Vermeidung von Personenverwechslungen darstellt. 

Neutrale Auskunft: Was bedeutet dieses Ermittlungsergebnis?  

Als das Bundesmeldegesetz im Herbst 2015 in Kraft getreten ist, wurden Auskünfte, die mit einer sogenannten Auskunftssperre oder einem bedingten Sperrvermerk belegt sind, im Rahmen einer einfachen Melderegisterauskunft unzulässig und werden deshalb seitdem – ebenso wie Anfragen, zu denen keine Person gefunden wurde – mit einem „Nicht zu ermitteln“ beschieden. Deshalb lautet die offizielle Bezeichnung für ein solches negatives Ermittlungsergebnis „Neutrale Auskunft“: Sie ist ein allgemeiner Hinweis darauf, dass eine Auskunft „aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht oder derzeit nicht erteilt wird“ und keine Daten übermittelt werden. Es können also aus einer neutralen Auskunft keine Rückschlüsse daraus gezogen werden, was der Grund für dieses Ermittlungsergebnis ist. 

„Nicht zu ermitteln“ ist eine Person in jedem Fall auch immer dann, wenn im Melderegister keine Daten vorliegen, zu welchen die Anfrage eindeutig zugeordnet werden kann. Das muss nicht heißen, dass die Meldedaten zu einer bestimmten Person nicht im Melderegister einliegen oder eine Auskunftssperre besteht, sondern kann weitere Gründe haben: Eine falsche Hausnummer, ein Zahlendreher beim Geburtsdatum oder ein abweichender Vor- oder Nachname können dazu führen, dass das Meldeamt die Auskunft zu einer Person verweigert, selbst wenn die Abweichungen nur minimal sind. Akkurate Daten bei der Anfrage sind deshalb unerlässlich. 

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Eine weitere Ursache für das Ermittlungsergebnis „Nicht zu ermitteln“ kann darin bestehen, dass mehrere Personen mit demselben Namen gespeichert sind, in manchen Fällen sogar unter derselben Anschrift. Wenn dann mit einem falschen oder ganz ohne Geburtsdatum angefragt wird, kann das Meldeamt die Anfrage nicht eindeutig einer Person zuordnen und die Auskunft verweigern. Einige Meldeämter sind kooperativer als andere und geben immerhin den Hinweis, dass mehrere Personen mit demselben Namen gemeldet sind.  

Wenn zu einer Person aufgrund einer Auskunftssperre oder eines bedingten Sperrvermerks eine neutrale Auskunft erteilt wird, leitet die Meldebehörde eine Anhörung dieser Person ein. Besteht nach Abschluss eines solchen Anhörungsverfahrens kein Einwand seitens der Meldebehörde, kann sie das Ermittlungsergebnis nachträglich übermitteln und tut dies häufig auch unaufgefordert. Bei Regis24 werden solche ursprünglich neutralen Auskünfte dann aktualisiert.  

Wenn Sie noch weitere Fragen zur einfachen Melderegisterauskunft haben oder Informationen rund um unsere qualitativ hochwertige Anschriftenermittlung wünschen, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular. Wir helfen Ihnen gerne weiter!  

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