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„Besser eine schlechte Entscheidung als gar keine.“ Dr. Manuel Effenberg, Head of Finance bei Regis24, im Interview

12. Dezember 2019

Seit Oktober ist Dr. Manuel Effenberg neuer Head of Finance bei Regis24. Er liebt das Risiko, lehnt klassisches Glücksspiel aber ab, wie er im Interview erzählt. Wie geht das zusammen?


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Du bist vor knapp drei Monaten bei Regis24 als Head of Finance eingestiegen. Wie gefällt dir dein neuer Job?

Sehr gut! Ich wurde hervorragend empfangen und es ging direkt von Tag eins an zur Sache, was mir sehr entgegenkommt – lange Anlaufphasen liegen mir einfach nicht so sehr. Als Erstes habe ich mich natürlich mit unseren Finanzen vertraut gemacht. Daneben gibt es viel Neues zu entdecken, angefangen von unserer Produktlandschaft bis hin zu kompetitiven und regulatorischen Umfeldbedingungen und natürlich unserer Vision, den Auskunfteienmarkt in seiner jetzigen Form zu verändern. In diesem Kontext konnte ich auch gleich direkt durchstarten, was die Vorbereitung unserer kommenden Finanzierungsaktivitäten anbelangt.

Du hast vorher als Investor gearbeitet?

Genau. Während meiner Promotion im Bereich Venture Capital bin ich direkt in die Tech-Entrepreneurship-Welt eingetaucht, zuerst als Berater eines kleinen Inkubators für Start-ups aus technologieintensiven Bereichen, später dann als Head of School of Entrepreneurship und Investor am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam sowie bei Hasso Plattner Ventures. In diesen Jahren habe ich aus der Investorenperspektive lernen können, wie schwierig es ist, eine Idee erfolgreich „auf die Straße zu bringen“ sowie auch später in der Wachstumsphase die richtigen Entscheidungen zu treffen, u.a. wenn sich die Anforderungen an das Unternehmen und dessen Kultur ändern. Für mich persönlich war es immer wieder spannend und auch herausfordernd, gemeinsam mit dem Management-Team passende Performance Kennzahlen zu definieren, um das Erreichen nächster Meilensteine zu tracken und entsprechend zu unterstützen.

Woher kam dein Interesse an Venture Capital als Forschungsthema? Bis du ein risikoaffiner Typ?

Ich hatte schon immer ein starkes Interesse am Thema Corporate Finance. Dann habe ich zum Ende meines Studiums ein längeres Praktikum in einer VC-Gesellschaft gemacht, ab da war meine Leidenschaft für das Thema Venture Capital geboren. Gleich im Anschluss an das Praktikum habe ich mich dann in meiner Diplomarbeit im Allgemeinen mit dem Thema VC und im Speziellen mit der Bewertung von Patentrechten beschäftigt. Das lief so gut, dass ich danach einfach richtig Lust hatte, das ganze Themengebiet noch weiter wissenschaftlich zu beleuchten. Das Ergebnis war dann die Promotion – wobei ich schon zur Hälfte meiner Promotionslaufzeit von der Uni gegangen bin, um mich selbst in diesem Bereich zu beweisen und Erfahrungen zu sammeln.

Bin ich ein risikoaffiner Typ? Ja – solange es sich um kalkulierbare Risiken handelt. Warum? Weil zum einen hinter einem Risiko auch immer ein größerer Gewinn winkt. Darüber hinaus habe ich meine wertvollsten Erfahrungen immer dann gemacht, wenn etwas auf dem Spiel stand – auch wenn der Ausgang einmal nicht so positiv war. Sofern möglich, was meist eine Zeitfrage ist, versuche ich dabei im Vorfeld meine Entscheidungen anhand von Informationen und Zahlen zu untermauern – ich bin also kein Fan von klassischem Glückspiel. Interessanterweise stellen sich dann zuerst sehr riskant wirkende Entscheidungen als gar nicht mehr so risikoreich heraus.

Zum anderen denke ich, dass risikoreiche Entscheidungen einfach dazugehören, will man sowohl im Privaten als auch unternehmerisch vorankommen – man kann einfach nicht immer alles im Vorhinein berücksichtigen. Ich folge hier ganz dem Credo: „Eine schlechte Entscheidung ist immer noch besser als gar keine.“ Umso wichtiger finde ich es, dass man sich regelmäßig hinterfragt und seine Entscheidungen bei Bedarf neu justiert – und sich auch eingesteht, wenn man mal danebengelegen hat.

Du hast eingangs von anstehenden Finanzierungsaktivitäten bei Regis24 gesprochen. Was genau meinst du?

Bei Regis24 sind wir gerade dabei, den traditionellen Auskunfteienmarkt grundlegend zu verändern. Das geht aber nicht einfach so, sondern erfordert auch den Einsatz finanzieller Ressourcen, die wir in naher Zukunft teilweise über externe Investments decken wollen. Darauf hatte ich mich persönlich sehr gefreut, da ich bisher als Berater und Investor nur die andere Seite des „Corporate-Finance-Tisches“ kennengelernt habe. Dieser Perspektivenwechsel war einer meiner Hauptgründe, mich bei Regis24 in neuer Funktion zu beweisen.

Welche Herausforderungen erwarten Dich als frischgebackener Head of Finance bei Regis24? Und wie willst du sie angehen?

Wir befinden uns gerade inmitten der strategischen Neuausrichtung von Regis24. Das heißt, dass wir zum einen weiter unsere bewährten Produkte im Auskunfteienmarkt vertreiben. Zum anderen entwickeln wir parallel eine innovative Produktpalette, zuerst für die E-Commerce-Branche, später aber auch für angrenzende Industrien, wie z.B. den Bankenmarkt. Diesen Spagat aus traditionellem und zukünftigem Geschäft gilt es natürlich auch finanziell abzubilden und entsprechend zu steuern. Eng verbunden mit der Neuausrichtung und Wachstumsstrategie sind die bereits angesprochenen aktuellen Fundraising-Aktivitäten. Dieser Prozess muss ebenfalls vorbereitet und gesteuert werden – eine sehr spannende, aber auch zeitintensive Aufgabe.

Insgesamt gibt es also an diversen Stellen eine Menge zu tun – worin ja auch der Reiz der Aufgabe liegt! Ich hoffe, dass ich hier mit etwas Weitblick und Planung sowie hochgekrempelten Ärmeln und auch Gelassenheit, falls etwas einmal nicht sofort funktioniert, eine Menge bewirken kann.

Woher kommst du ursprünglich?

Aus dem schönen Thüringen, wobei ich die längste Zeit meines Lebens hier in der Region gelebt habe, mit einem kleinen Zwischenstopp während meines Studiums in Barcelona. Ich fühle mich also mittlerweile mehr als zugezogener Berliner denn als Thüringer – schaue aber auch immer mal wieder gerne in der alten Heimat vorbei.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Vor ein paar Jahren bin ich einmal für einen Sonnenaufgang auf dem Mount Bromo in Java aufgestanden – sowas würde ich auch immer wieder tun. Ansonsten natürlich für meine Familie und Freunde. Und wenn es sich einrichten ließe, auch für ein Bier mit Jürgen Klopp oder einen guten Whiskey mit Ray Dalio – beide auf Ihre eigene Art und Weise inspirierende Persönlichkeiten, von denen man sicherlich einiges lernen kann.

Zu guter Letzt: bar oder Karte?

Karte. Geht mittlerweile schneller und lässt sich einfacher nachverfolgen – somit hat man stets einen besseren Blick über seine Ausgaben. 😉