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Einfache und Erweiterte Melderegisterauskünfte: Welche Daten umfassen sie jeweils?

von Aurica Voss | 25. Februar 2019

Grundsätzlich darf jede Privatperson, Behörde und jedes Unternehmen in Deutschland Melderegisterauskünfte einholen. Für die behördliche Erteilung einer solchen Auskunft muss die Anfrage aber bestimmte melderechtliche Voraussetzungen erfüllen. Dabei wird zwischen einfachen und erweiterten Melderegisterauskünften unterschieden.

Welche Daten umfasst eine einfache Melderegisterauskunft?

Wer die aktuelle Anschrift zu einer Person ermitteln möchte oder die Information benötigt, ob eine Person verstorben ist, bewegt sich im Rahmen einer einfachen Melderegisterauskunft und benötigt für die Erteilung einer solchen den vollständigen Namen dieser Person sowie die letzte bekannte Anschrift (Straße, Hausnummer und Ort). Auch Umzüge ins Ausland werden an dieser Stelle beauskunftet, sofern die entsprechenden Daten bei der Abmeldung angegeben worden sind. Alternativ zur Adresse kann bei der Anfrage auch das Geburtsdatum der Person angegeben werden. Es sind in jedem Fall mindestens drei dieser Attribute zwingend erforderlich, damit eine Person eindeutig identifiziert werden kann. Eine falsche Hausnummer, ein Zahlendreher beim Geburtsdatum oder ein abweichender Vor- oder Nachname können dazu führen, dass das Meldeamt die Auskunft zu einer Person verweigert.

Ebenso wird in der Regel keine Auskunft erteilt, wenn zu der angefragten Person ein bedingter Sperrvermerk, eine Auskunftssperre oder eine Übermittlungssperre eingetragen ist. In solchen Fällen muss ein berechtigtes Interesse seitens der anfragenden Person bzw. des Unternehmens glaubhaft gemacht werden.

Ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Ermittlungsergebnissen können Sie hier lesen.

Was passiert, wenn sich der Name einer Person geändert hat?

Hat sich der Name einer Person, zu der eine einfache Melderegisteranfrage gestellt wird, geändert, wird in der Regel nur der aktuelle Name beauskunftet. Das kann dazu führen, dass ein Vollstreckungstitel vor Gericht nicht zulässig ist, da gegebenenfalls der Name zum Zeitpunkt der Erstellung des Titels ein anderer war. In diesen Fällen kann eine Erweiterte Melderegisterauskunft helfen, da im Melderegister auch die früheren Namen und der Geburtsname einer Person gespeichert sind, die herausgegeben werden dürfen, wenn ein sogenanntes berechtigtes Interesse, beispielsweise eine offene Forderung, glaubhaft gemacht werden kann. Mehr dazu erfahren Sie im übernächsten Abschnitt.

Erfahrungsgemäß beinhaltet in vielen Fällen auch eine einfache Melderegisterauskunft zumindest einen Hinweis darauf, ob der angefragte Name einem früheren Namen der angefragten Person entspricht, falls beide voneinander abweichen. Darüber hinaus wird eine Meldebehörde eher selten überhaupt eine Auskunft erteilen, wenn der angefragte Name einer Person nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Was beinhaltet eine Erweiterte Melderegisterauskunft?

Neben der aktuellen Adresse sind zu einer Person im Melderegister noch weit mehr Daten gespeichert. Im Rahmen einer sogenannten Erweiterten Melderegisterauskunft ist es unter Glaubhaftmachung eines berechtigten Interesses möglich, dass das Meldeamt auch zu diesen Daten Auskunft erteilt. 

Nehmen wir an, es müsste belegt werden, dass zu dem Zeitpunkt, an dem Ware an einen Schuldner verschickt wurde, dieser tatsächlich unter der Lieferadresse gemeldet war. Das geht nur, wenn die zuständige Meldebehörde mitteilt, in welchem Zeitraum die Person offiziell unter der Anschrift als wohnhaft gemeldet war. Dafür reicht es, anders als bei der einfachen Melderegisterauskunft, aber nicht aus, ein berechtigtes Interesse daran zu versichern, diese Information erhalten zu dürfen - nun besteht für den Gläubiger die Pflicht, dieses berechtigte Interesse auch glaubhaft zu machen.

Was muss für eine Erweiterte Auskunft belegt werden?

Für die Erweiterte Melderegisterauskunft muss nicht nur erklärt werden, welche Auskunft genau zu dem Schuldner benötigt wird, sondern darüber hinaus muss ein entsprechender Mahn- oder Vollstreckungsbescheid, ein gerichtlicher Titel oder der Nachweis offener Forderungen vorgelegt werden, beispielsweise in Form von Kopien der Originalrechnungen. Entscheidend ist dabei, dass diese Unterlagen unzweifelhaft der angefragten Person zuzuordnen sind und belegen, dass gegen diese Person offene Forderungen bestehen.

Bei vereinzelten Meldebehörden, beispielsweise in Frankfurt am Main, muss zusätzlich zu diesem Beleg in einer kurzen fallbezogenen Erläuterung begründet werden, warum die Erweiterte Auskunft benötigt wird.

Welche Daten werden im Rahmen einer Erweiterten Auskunft erteilt?

Erweitere Attribute, die nach Paragraf 45 des Bundesmeldegesetzes erteilt werden, soweit ein berechtigtes Interesse glaubhaft gemacht werden kann, sind die folgenden:

  • frühere Namen
  • Geburtsdatum und Geburtsort sowie bei Geburt im Ausland auch der Staat
  • Familienstand, beschränkt auf die Angabe, ob verheiratet oder eine Lebenspartnerschaft führend oder nicht
  • derzeitige Staatsangehörigkeiten
  • frühere Anschriften
  • Einzugsdatum und Auszugsdatum
  • Familienname und Vornamen sowie Anschrift des gesetzlichen Vertreters
  • Familienname und Vornamen sowie Anschrift des Ehegatten oder des Lebenspartners
  • Sterbedatum und Sterbeort sowie bei Versterben im Ausland auch der Staat

Übrigens: Die gespeicherten Meldedaten zu einer verzogenen oder verstorbenen Person werden bei den Meldebehörden nach Ablauf von fünf Jahren aus dem aktuellen Melderegister gelöscht und archiviert. Nach weiteren 25 bis 30 Jahren werden die Daten endgültig gelöscht. Der genaue Zeitpunkt und Umfang der Archivierung wird jeweils in den Gemeinden auf Grundlage landeseigener Meldegesetze geregelt.

Für das Einholen einer sogenannte Archivauskunft wird kein berechtigtes Interesse benötigt. Die Gebühren für Archivauskünfte sind aber in der Regel je nach Aufwand höher als für Auskünfte aus dem aktuellen Melderegister, und variieren von Meldebehörde zu Meldebehörde.

 

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