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Inkasso-Branche unter Druck – Digitale Lösungen müssen Mainstream werden

Matthias Nowak
10. September 2019

Gute Nachrichten für Schuldner und naturgemäß belastend für die Inkassobranche: Inkasso-Unternehmen sollen künftig niedrigere Gebühren von säumigen Kunden verlangen dürfen. Der aktuelle Gesetzentwurf von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ist im Sinne der Verbraucher.
Die Inkasso-Branche ist dafür in Zugzwang. Sie muss ihre Effizienz steigern und kräftig digitalisieren, um gezielter zu arbeiten. 

Von dem Gesetzentwurf berichten SPON, FAZ und Süddeutsche übereinstimmend mit Bezug auf einen BILD-Bericht vom 05.09.2019: Es sei ein großes Ärgernis, so Justizministerin Lambrecht zu BILD, dass von Inkasso-Unternehmen „vielfach ... überhöhte Gebühren verlangt werden, die in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand stehen.

Nach der derzeitigen Gebührenordnung dürfen Inkassounternehmen Gebühren von bis zu € 70,20 in Rechnung stellen auch wenn es Fälle gibt, in denen tatsächlich verhältnismäßig wenig Aufwand entsteht. Laut BDIU betrifft schließlich die „typische Inkasso-Mahnung" säumige Verbraucher, in der Regel Kunden von Online-Shops: „Die typische Forderungshöhe liegt zwischen 100 und 450 Euro.“ [Q: BDIU]

BILD zufolge wird in dem Gesetzentwurf außerdem kritisiert, dass unter anderem Online-Shops Waren verkaufen, ohne im Payment-Prozess die Bonität der User zu überprüfen, beispielsweise beim in Deutschland weiterhin überaus beliebten Verfahren des Rechnungskaufs.

So werden gleich zwei Parteien abgewatscht: Die Inkasso-Unternehmen, die mit möglichen Maximal-Gebühren nicht unbedingt möglichst raffzahnig durch die klamme Gesellschaft pflügen – sondern meist vor allem die ungleich größeren Aufwände in komplizierten Fällen auszugleichen suchen.
Und die Digital-Wirtschaft, die in bestimmten Bereichen eben noch gar nicht so digital ist, wie sie gern tut.

Code of Conduct

Die im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) organisierten Inkasso-Unternehmen haben sich bereits im April 2019 auf die erste Fassung eines gemeinsamen Verhaltenskodex verständigt. Mit diesem Code of Conduct wollen die Rechtsdienstleister klare und verständliche Regeln für die Inkassotätigkeit etablieren. Der Bundesverband versammelt seriöse Inkasso-Dienstleister unter sich und grenzt sich entschieden von "schwazen Schafen" der Branche ab, die unseriös kommunizieren oder überzogene Gebühren erheben. Nichtsdestotrotz verteidigt der BDIU die aktuelle Gebühren-Ordnung, die sich an der RVG orientiert: "Die Inkassogebühr ist ja nicht auf ein Schreiben bezogen, sondern bezieht sich auf den gesamten Inkassovorgang."

 

So oder so: Kommt das (populäre) Gesetz, setzt es die Inkasso-Branche unter Druck: Sie muss Prozesse wie beispielsweise die Abfrage von Anschriften oder die Evaluation größerer Portfolien verschlanken und automatisieren.

Im eCommerce wiederum sollte man hier und da mal über die Abwägung von User Experience und Zahlungsausfall nachdenken. Eine automatisierte Bonitäts-Abfrage vor dem Bezahlvorgang lässt sich mittlerweile in Millisekunden realisieren.
Bei Regis24 gehen wir (im Sinne dieser, oft nicht ganz einfach zu treffenden Abwägung) noch einen Schritt weiter: Wo es passt, fragen wir nicht einfach nach der Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit, sondern nach einer Risikoabschätzung, die im Sinne des Shopbetreibers ist. Schließlich soll die zahlungswillige Kundschaft ja bleiben – auch wenn es vielleicht irgendwo irgendwelche unangenehmen Bonitäts-
Negativ-Merkmalegibt.

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