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Rechnung unzustellbar, weil Empfänger unbekannt verzogen – was tun?

21. Januar 2019

Nicht nur als Dienstleistungsunternehmen, auch als Bank und Versicherer ist man häufig mit dem Problem konfrontiert, dass relevante Post, wie beispielsweise eine Rechnung, unzustellbar ist, somit ein Zahlungsausfall droht und schlimmstenfalls sogar der Kontakt zu diesem Kunden verloren geht.

Dieser Artikel informiert über Hintergründe und Ursachen und gibt Tipps, was in einer solchen Situation unternommen werden kann, um den Kunden oder Schuldner doch noch zu erreichen.

Die Deutschen ziehen viel und gern um

Fast die Hälfte der Deutschen zieht bis zu dreimal in ihrem Leben um, ein Viertel immerhin sogar vier- bis fünfmal. Im Jahr 2016 haben mehr als elf Millionen Bundesbürger den Wohnsitz gewechselt, das entspricht 13,25 Prozent der Bevölkerung. Dabei bildet laut der "Umzugsstudie 2018" der Deutschen Post Adress die Gruppe der 18- bis 29-jährigen männlichen Mieter den umzugsfreudigsten Bevölkerungsanteil.

Laut derselben Studie liegt die durchschnittliche Umzugsentfernung deutschlandweit bei rund 40 Kilometern, wobei aber dazugesagt werden muss, dass immerhin fast jeder zweite Umziehende innerhalb einer Ortschaft umzieht, mit einer durchschnittlichen Entfernung von 1,9 Kilometern.

Hierzulande besteht, basierend auf dem Bundesmeldegesetz, für jede Bürgerin und jeden Bürger Meldepflicht. Diese beinhaltet, dass jeder, der umzieht, innerhalb von 14 Tagen nach dem Umzug die neue Adresse bei der zuständigen Meldebehörde angeben muss. Diese wird im Melderegister gespeichert. Darüber hinaus müssen auch Angaben zum Namen und zur Anschrift des Wohnungsgebers gemacht werden sowie dazu, ob es sich um einen Ein- oder Auszug handelt. Dies gilt auch für Zweit- oder Nebenwohnungen.

Für den Fall, dass die Meldepflicht nicht eingehalten wird, sieht der Gesetzgeber ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro vor. Ob ein solches auferlegt wird, hängt dabei von der Kulanz der Meldebehörde ab.

Der gesetzliche Rahmen ist also eindeutig abgesteckt. Weshalb aber entstehen täglich bis zu 100.000 Postrückläufer, also Briefe, die an den Absender zurückgesendet werden, weil sie dem Empfänger nicht zugestellt werden konnten?

 

Empfänger unbekannt verzogen
 

Meine Rechnung ist unzustellbar  was sind mögliche Ursachen?

Dass ein Brief mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt verzogen“ oder „Empfänger nicht zu ermitteln“ zurückkommt, also unzustellbar ist, muss nicht bedeuten, dass die angeschriebene Person unauffindbar ist oder nicht gefunden werden möchte.

Nachdem ein Umzug vollbracht ist, muss nicht nur der Meldebehörde die neue Adresse mitgeteilt werden, sondern neben weiteren Behörden und Institutionen auch diversen Dienstleistern. Eben dieser Schritt wird häufig vernachlässigt bzw. schlicht vergessen. In der Folge bleiben den betroffenen Unternehmen viele Umzüge unbekannt und ihre Post wird unzustellbar.

Empfänger unbekannt verzogen

Der Postbote macht auch dann Gebrauch vom „Unbekannt verzogen“-Vermerk, wenn der Name der angeschriebenen Person unter der Zustellanschrift nicht zu finden ist oder das Klingelschild oder der entsprechende Briefkasten fehlen.

Natürlich ist auch nicht ausgeschlossen, dass der Empfänger, wenn er bereits Schuldner ist, den Wohnsitz wechselt und sich anschließend absichtlich nicht ummeldet, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen.

Als Vertragspartner sieht man sich in all diesen Fällen vor das Problem gestellt, dass wichtige Schreiben, Rechnungen oder gerichtliche Mahnbescheide unzustellbar sind. Die Verärgerung ist groß, denn es droht Zahlungsausfall und der Kontakt zum Kunden ist erst einmal abgebrochen.

Was Sie konkret tun können, wenn solch eine Situation entstanden ist, erfahren Sie im Folgenden.

Können soziale Medien und Privatdetektive bei der Suche helfen?

Um aktuelle Kontaktdaten einer Person ausfindig zu machen, deren Post als unzustellbar zurückkommt, kann man mit der Suche in sozialen Netzwerken starten. Dazu sind bestimmte Identifikationsmerkmale dieser Person notwendig, sogenannte "unique identifier". Dies können Vor- und Nachnamen sein, aber auch Usernamen, E-Mailadressen oder Telefonnummern. Wenn man bei Google darüber hinaus nach Suchmaschinen für Social Media sucht, erhält man ganze Listen mit Linktipps für die Personenrecherche in sozialen Netzwerken.

Auch die Beauftragung einer Detektei stellt eine Möglichkeit dar, unbekannt verzogene Personen ausfindig zu machen. Diese übernimmt umfassende Adressrecherchen, unabhängig davon, ob ein berechtigtes Interesse vorliegt oder nicht. Hier ist eher mit hohen Honorarkosten zu rechnen, da diese auch dann anfallen, wenn die gefundene Person der Adressweitergabe nicht zustimmt, beispielsweise weil kein berechtigtes Interesse vorliegt.

Elektronische Anschriftenermittlung eine Lösung bei unzustellbaren Rechnungen?

Einen Weg zwischen beiden genannten Alternativen stellt die Anschriftenermittlung über Meldeämter dar.

Die Ermittlung einer zustellbaren Anschrift zu einer Person ist in Deutschland unter bestimmten melderechtlichen Voraussetzungen möglich und empfehlenswert. Durch den Umstand, dass jeder Bürger verpflichtet ist, sich nach einem Umzug bei der zuständigen Behörde ab- bzw. anzumelden, stehen die Chancen gut, die gesuchte Person wiederzufinden.

Für Anfragen beim Einwohnermeldeamt ist ein berechtigtes Interesse erforderlich. Dieses ist bei einer noch offenen, nicht zustellbaren Rechnung gegeben, denn in diesen Fällen hat man als Gläubiger ein Interesse, welches höher zu werten ist als das Recht des Gesuchten auf Privatsphäre.

Darüber hinaus sollte man über ausreichend Attribute, also Daten zur gesuchten Person verfügen, wie z.B. Vor- und Nachnamen, Geburtsdatum, die alte Anschrift usw. Je umfangreicher der Datensatz, desto besser, mindestens müssen aber drei Attribute angegeben werden. Anders als bei der Recherche im Social-Media-Netzwerk sind E-Mailadressen, Telefonnummern oder Usernamen kein valides Attribut für die Meldeämter.

Empfänger unbekannt verzogen

Man kann selbst beim Einwohnermeldeamt aktiv werden oder aber einen Dienstleister beauftragen, der speziell über die Expertise verfügt, aktuelle zustellfähige Anschriften zu liefern, nicht auffindbare Schuldner zu ermitteln und Kundenadressen auf einem aktuellen Stand zu halten.

Sehr oft sind solchen Unternehmen, sogenannten Wirtschaftsauskunfteien, neue Anschriften bereits bekannt oder sie ermitteln über eine Vielzahl an Datenbanken, welche systematisch nacheinander abgefragt werden. Die Kosten für eine solche Adressrecherche sind überschaubar und eine Online-Abfrage kann zügig zum Erfolg führen.