Stimmen aus agilen Regis-Teams (4/4)

10. September 2018

Seit fast einem Jahr berichten wir über unsere Erfahrungen mit agilen Arbeitsweisen sowie Agilität als Denkansatz und Einstellung. Das Konzept, das um die Jahrtausendwende von Programmierern den entscheidenden Popularitätsschub erhielt, fand ab 2011 auch bei Regis24 zunächst in den Entwicklungsteams seine ersten Anhänger.

Mittlerweile ist der agile Funke auf alle Abteilungen und Teams bei Regis24 übergesprungen. Abhängig vom Unternehmensbereich, der Natur der zu bearbeitenden Aufgaben und davon, wie lange ein Team sich schon in der agilen Arbeitsweise versucht, ergeben sich indessen unterschiedliche Perspektiven auf das Thema.

Wir haben Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Teams gefragt, was sie persönlich unter agiler Arbeitsweise verstehen. Hier eine kleine Auswahl aus den vielen aufschlussreichen Einblicken:

 

Stimmen aus den agilen Regis24-Teams Regis24 agil

 

„Ausruhen auf Zuständigkeiten ist passé“

Peter F., IT, Quality Assurance

Agile Arbeitsweise ist für mich zum einen eine Art Werkzeug, das einem Team ermöglicht, schnell die beste Lösung für den Kunden umzusetzen, weiterzuentwickeln und Spaß dabei zu haben. Prototypen werden zusammen mit dem Stakeholder oder Kunden entwickelt. Wir implementieren MVPs (minimal viable products, deutsch: „minimal überlebensfähige Produkte“), die wir in weiteren Ausbaustufen verfeinern, dabei frühes Kundenfeedback einholen und den Ausbau der Lösungen auf die Bedürfnisse des Kunden zuschneiden.

Agilität ist zum anderen eine Haltung. Wir sind als Team verantwortlich, es gibt kein „dafür ist XY verantwortlich“ oder „das ist nicht mein Problem“. Ausruhen auf Zuständigkeiten oder Rollen ist passé. In unserem Team übernehmen Tester die Tasks von Entwicklern und andersherum, denn agil zu arbeiten heißt auch rollenübergreifend zu arbeiten.

 

„Ausprobieren!“

Jana P., Kundensupport

Agile Zusammenarbeit heißt für mich Verantwortung zu übernehmen, schnell Entscheidungen zu treffen und sich in Pragmatismus zu üben. Ausprobieren, Experimentieren und Fehlermachen sind durchaus erlaubt – was wiederum bedeutet, dass man den eigenen Anspruch an Perfektion zumindest zeitweilig ein bisschen herunterschrauben sollte.

 

„Vor allem haben wir mehr Spaß miteinander“

Susanne H., Product Owner

Das viel zu große Sprintteam haben wir im letzten Jahr aufgeteilt, um fokussierter an Produkt- und Prozessthemen arbeiten zu können. Die Teammitglieder werden jetzt viel stärker in den Produktentwicklungsprozess mit einbezogen. Sie erstellen Prototypen für die Abteilung Forschung und Entwicklung, die dann mit dem Kunden verprobt werden können. Beide Schritte, die Änderung des Teamzuschnitts und auch die der Prozesse, haben dazu geführt, dass wir sehr viel persönlicher miteinander arbeiten. Die Beziehungen sind emotionaler geworden, vor allem haben wir mehr Spaß miteinander. Ich als Product Owner fühle mich entspannter, weil ich die Verantwortung für mein Produkt nun gemeinsam mit meinem Team trage. Wir probieren viel aus, werden auch disziplinierter in der Umsetzung. Vor allem die Änderung der persönlichen Einstellung eines jeden einzelnen macht das Thema so spannend.

 

„Lösungen, die das ganze Team entwickelt und für die alle verantwortlich sind“

Tina W., Abteilung Finanzen

Zum einen verstehe ich darunter eine starke Teamverantwortung. Hierarchien werden aufgebrochen zugunsten von Lösungen, die das ganze Team entwickelt und für die alle verantwortlich sind. Dabei begegnen sich alle auf Augenhöhe und es entsteht ein gemeinsames Bewusstsein dafür, dass wir den Anstoß für Veränderungen selbst geben müssen.

Zum anderen finde ich es wichtig, dass alle Teammitglieder das gleiche Verständnis einer Aufgabe haben. Das soll bei uns durch eine umfangreiche Kommunikation und die Darstellung im Projektmanagementtool Jira gewährleistet werden. Wissensinseln werden aufgelöst und die Aufgaben sind planbar und so transparent gestaltet, dass jeder sehen kann, in welchem Bearbeitungsschritt sich die Aufgabe gerade befindet.

 

„Permanent voneinander lernen“

Saskia W., Human Resources

Für mich bedeutet agile Arbeitsweise, dass wir alle gemeinsam Verantwortung tragen, jeder seine Kompetenzen sinnvoll einsetzen kann und alle permanent voneinander lernen können. Es bedeutet auch, dass wir fokussiert an gemeinsamen Zielen arbeiten und in kurzen Zyklen auch bereits nutzbare Arbeitsergebnisse produzieren.

 

„Die Organisation wird flexibler“

Karolin W., Assistant CEO und Projektmanagement

Ich denke, die agile Arbeitsweise bringt viele Vorteile mit sich, insbesondere wenn es darum geht, gemeinsam an Zielen zu arbeiten und diese auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen zu erreichen. Durch agiles Arbeiten wird die Organisation flexibler. Dabei muss aber jede Firma und auch jeder Bereich das für sich richtige Maß an Agilität identifizieren, und die Einführung muss schrittweise erfolgen. Nur so kann das Commitment der Mitarbeiter erhöht und das eigenverantwortliche Arbeiten gefördert werden. Durch crossfunktionale Teams wird das Denken über die eigenen Abteilungsgrenzen hinaus unterstützt, was sich positiv auf den Erfolg des Unternehmens auswirkt.

 

„Effektivität erhöhen, Ineffizienzen vermeiden“

Alex M., Analytics und Controlling

Persönlich verstehe ich unter einer agilen Arbeitsweise das fokussierte und flexible Arbeiten an einzelnen Themen. Mit flexibel meine ich dabei, bestimmte Themen je nach Relevanz zu bearbeiten. Ein Projekt mit voraussichtlich geringem Mehrwert wird zu Beginn eher grob bearbeitet, ein Projekt mit viel Potential hingegen mit der gebotenen Detailtreue.

Deuten sich während eines Projekts Änderungen im Potential an, ändert sich auch der Fokus innerhalb des Projekts. Dies kann bedeuten, dass anfangs Projekte mit geringem Potential sich als deutlich stärker erweisen und so stärker vorangetrieben und detaillierter bearbeitet werden, aber auch vor Abschluss aufgrund sehr geringer Erfolgsaussicht komplett verworfen werden.

Diese Arbeitsweise führt letztlich zu einer aus meiner Sicht spürbar erhöhten Effektivität (wichtige Themen werden schneller fertig) und vermeidet Ineffizienzen (unwichtige Themen werden schnell abgeschlossen bzw. sogar verworfen).

 

Lesen Sie auch unsere früheren Beiträge zum Thema Agilität:

Auf dem Weg zum agilen Unternehmen. Regis24 agil (1)

Agile Mitarbeiterführung – die Quadratur des Kreises? Regis24 agil (2)

Kundenorientierung in der agilen Softwareentwicklung. Regis24 agil (3)

 

 

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