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Titulierte Forderungen reaktivieren

von Nico Schöpke | 12. Februar 2019

Wenn im Forderungsmanagementprozess keine Zahlung realisiert werden konnte, bleibt oft nur die Titulierung und die Hoffnung auf einen Zahlungseingang zu einem deutlich späteren Zeitpunkt. Die Folge sind sogenannte Kellerakten, die für das Tagesgeschäft nicht mehr von Belang sind und ungenutzt herumliegen. Das sind häufig zu Unrecht vernachlässigte wirtschaftliche Erträge. Lesen Sie nachfolgend, wie „Kellerakten“ entstehen und wie sie reaktiviert werden können.

Wie entstehen „Kellerakten“?

Die Titulierung einer offenen Forderung stellt im Inkassoprozess den Abschluss des gerichtlichen Mahnprozesses dar. Mit diesem Schritt wird gerichtlich die Forderung festgestellt. Der Gläubiger sichert sich dadurch die Rechte an der Forderung und verlängert die Frist zur Geltendmachung auf bis zu 30 Jahre im Gegensatz zu einer nicht titulierten Forderung, die nach drei Jahren zum Jahresende verjährt. Dazu erhält er eine Urkunde, zum Beispiel ein Urteil, einen gerichtlichen Vergleich oder einen Vollstreckungsbescheid, die dieses Recht verbrieft. Über diesen Zeitraum besteht nun die Möglichkeit für den Gläubiger, seine offene Forderung mittels unterschiedlicher Vollstreckungsmaßnahmen durchzusetzen.

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Der Titulierung vorausgegangen ist in der Regel ein längerer Forderungsmanagementprozess, in dem der Schuldner seine mangelnde Zahlungsbereitschaft zum Ausdruck gebracht hat und keine (komplette) Zahlung erzielt wurde. Sind auch die nach der gerichtlichen Feststellung der Forderung eingeleiteten Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, beispielsweise Pfändungen, fruchtlos, hat der Titel zwar eine sehr lange Laufzeit, allerdings aktuell keine Beitreibungswahrscheinlichkeit. Die titulierte Forderung wird abgeschrieben, verschwindet im Keller und gerät im Unternehmen damit zunächst in Vergessenheit.

Warum „Kellerakten“ wertvoll sind

Oftmals ist eine titulierte Forderung kein Einzelfall und im Laufe der Jahre entstehen so mehr und mehr „Kellerakten“. Je größer ein Unternehmen ist und je mehr Privatkunden es hat, desto größer ist auch sein Bestand an titulierten Forderungen.

2Glücklicherweise kann sich im Laufe der Jahre die finanzielle Situation eines Schuldners positiv verändern und somit die dem Titel zugrunde liegende offene Forderung realisiert werden. Das Geld liegt in diesen Fällen im Keller. Akten in großer Anzahl besitzen daher ein enormes Ertragspotenzial. Doch dazu muss zunächst der Schuldner kontaktiert und auf seine unverändert bestehende Zahlungspflicht hingewiesen werden. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner selbständig seiner Zahlungsverpflichtung aus einer titulierten Forderung nachkommt, ist denkbar gering. Eine Überwachung der titulierten Forderung ist notwendig und kann sowohl durch den Gläubiger als auch durch darauf spezialisierte Inkassounternehmen erfolgen.

Wie können Schuldner wieder erreicht und titulierte Forderungen realisiert werden?

Wie erreicht man einen Schuldner, gegen den schon seit mehreren Jahren nicht mehr vorgegangen wurde und dessen aktuelle Postanschrift nicht bekannt ist? Postrückläufer sind an dieser Stelle vorprogrammiert. Die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers ist ebenfalls nicht zielführend. Für diesen entstehen Kosten, unabhängig davon, ob er den Schuldner antrifft oder nicht.

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In den titulierten Forderungen existiert neben der veralteten Anschrift meist eine Adresshistorie mit weiteren veralteten Voranschriften. Die Basis für eine Anschriftenermittlung ist somit vorhanden, jedoch hilft die klassische Ermittlung aufgrund des Alters der zuletzt bekannten Adresse nicht weiter und führt nur zu wenigen positiven Ermittlungsergebnissen. Mit unserem Ermittlungsprozess RegisRevive lösen wir diese Herausforderung: Wir gehen mit allen zu einem Schuldner bekannten Anschriften parallel in die Datenbankermittlung. Liegen keine weiteren Voranschriften vor, sind wir in der Lage, auch diesen Prozessschritt zu übernehmen und reichern auf Wunsch Voranschriften für die spätere parallele Ermittlung an. Die erzielten Ergebnisse werden validiert und verifiziert und nur die besten Resultate weiterverarbeitet. Vor Auslieferung des Ergebnisses erfolgt eine mehrstufige Zustellprüfung. Schuldner aus Kellerakten können somit wieder kontaktiert und reaktiviert und offene Forderungen realisiert werden.

Sie wollen Ihre Schuldner aus titulierten Forderungen wieder erreichen? Dann helfen wir gerne mit unserem eigens dafür konzipierten intelligenten Ermittlungsprozess RegisRevive. Sprechen Sie uns gerne an.

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