Regis Blog

Wie offene Forderungen entstehen und schnell die Liquidität des eigenen Unternehmens bedrohen können

von Nico Schöpke | 24. April 2019

Es gibt kaum einen Wirtschaftszweig in Deutschland, der nicht mit offenen Forderungen zu kämpfen hat. Wie es dazu kommt, dass fällige Rechnungen nicht beglichen werden und was zur Vermeidung und Durchsetzung offener Forderungen unternommen werden kann, lesen Sie im nachfolgenden Artikel. 

 

Welche Bedeutung haben Forderungen?

Forderungen aus Lieferung und Leistung stellen ein wichtiges Instrument der Unternehmensfinanzierung dar. Für bezogene Leistungen wiWelche Bedeutung haben Forderungen?rd dabei ein Zahlungszeitpunkt vereinbart, der erst in der Zukunft liegt. Je nach Branche können diese Zahlungsziele zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten liegen. Die Liquidität des beziehenden Unternehmens wird dadurch zunächst nicht beeinträchtigt. Der Zahlungsaufschub sollte dafür genutzt werden, um  die Ware weiterzuverarbeiten (= zu veredeln) sowie zu veräußern. Mit den Umsatzerlösen werden wiederum die offenen Rechnungen beglichen 

Doch allzu oft wird das Zahlungsziel komplett ausgeschöpft und die Forderung erst nach Fälligkeit beglichen, um so möglichst lange die Liquidität im eigenen Unternehmen zu behalten. Schließlich wird der Lieferantenkredit kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Unternehmen, die diesen Lieferantenkredit gewähren, stehen jedoch vor der großen Herausforderung, die bereitgestellte Liquidität zu refinanzieren. Dafür können ebenfalls eingeräumte Lieferantenkredite oder klassische Finanzierungsformen aus Eigen- oder Fremdmitteln zum Einsatz kommen.  

Bleibt eine offene Forderung längere Zeit unbezahlt oder fällt eine Forderung ganz aus, entstehen Liquiditätsengpässe beim Gläubiger und er kann seinen eigenen Zahlungsverpflichtungen eventuell nicht fristgerecht nachkommen. Ein Forderungsausfall kann somit schnell eine Kettenreaktion auslösen. 

Warum sind auch bei Konsumenten offene Forderungen gängig? 

Zahlungsziele werden hier von Unternehmen beispielsweise im E-Commerce gewährt, um dem Warum sind auch bei Konsumenten offene Forderungen gängig? Verbraucher die Möglichkeit zu geben, die Ware nach Erhalt zu prüfen und im Anschluss zu bezahlen. Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist hier ebenfalls gegeben und tritt sogar mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit ein. Dafür ist die Höhe des Forderungsausfalls in der Regel sehr viel geringer. Offene Forderungen können außerdem entstehen, wenn regelmäßig wiederkehrende Leistungen wie Miete, Kreditraten oder Abschlagszahlungen – sogenannte Dauerschuldverhältnisse –, nicht fristgerecht bezahlt werden. Auch hier stellt der Einzelausfall aufgrund der vergleichsweise geringen Forderungshöhe nicht das wirtschaftliche Risiko für den Gläubiger dar. Mehrt sich jedoch die Anzahl an offenen Forderungen, können ebenfalls Liquiditätsengpässe entstehen.  

Wieso werden Forderungen nicht fristgerecht bezahlt und fallen aus? 

Für die Entstehung von offenen Forderungen sind zwei Personenkreise verantwortlich: die einen wollen nicht bezahlen und die anderen können nicht bezahlen. 

Bei den Personen, die nicht bezahlen wollen, gilt es zu unterscheiden, ob diese mangels Erfüllung der Lieferung nicht bezahlen wollen oder nie die Absicht hatten, zu bezahlen. Ist die Leistung des Unternehmens nach Meinung des Empfängers nicht ordnungsgemäß erbracht und wurden Artikel nicht, falsch oder fehlerhaft geliefert, ist die Zahlungswilligkeit und -pflicht seitens des Konsumenten nicht gegeben. Ein Sachverhalt, bei dem die direkte Kommunikation zwischen den Beteiligten der richtige Weg zur Lösung ist. Die Kommunikationsdaten neben der Anschrift wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer hat der Kunde im besten Fall bei der Bestellung bereits angegeben. 

Für die Entstehung von offenen Forderungen sind zwei Personenkreise verantwortlich: die einen wollen nicht bezahlen und die anderen können nicht bezahlen.

Hatte die Person nie die Absicht zu bezahlen und lässt diese den Vertragspartner in dem Glauben, ihrer Pflicht zur Zahlung nachzukommen, handelt es sich um einen Sonderfall des Betruges: den sogenannten Eingehungsbetrug, der als Straftatbestand mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden kann. Mit Hilfe einer Bonitätsprüfung können bonitätsstarke von bonitätsschwachen Konsumenten unterschieden werden und die Vermögensverhältnisse beurteilt werden. Durch die verbreitete Nutzung von Bonitätsprüfungen, mit der die Zahlungswahrscheinlichkeit des Konsumenten bestimmt wird, hat diese Betrugsform in den letzten Jahren abgenommen.  

Stattdessen nimmt die Anzahl an Fällen von Identitätsbetrug stetig zu. Hierbei erstellen Betrüger eine neue Identität, die somit noch nicht mit einer schlechten Bonität auffällig geworden ist, oder nutzen eine bestehende Identität, um sich den Erhalt der Waren zu erschleichen. Lösungen der Auskunfteien helfen Unternehmen auch hier, einen Betrugsverdacht über Regelwerke zu identifizieren und mögliche Betrüger zu enttarnen. 

Finanzielle Überschuldung führt zu unbezahlten Rechnungen

Finanzielle Überschuldung führt zu unbezahlten Rechnungen Der häufigere Grund für eine unbezahlte Rechnung ist jedoch, dass eine Person finanziell nicht in der Lage ist, ihre offene Forderung zu begleichen. Mehr als 6,9 Millionen Deutsche über 18 Jahren sind gemäß Schuldneratlas der Creditreform überschuldet und somit nicht in der Lage, ihre offenen Forderungen fristgerecht zu bedienen. Die Hauptgründe für die Überschuldung liegen in persönlichen Schicksalsschlägen wie Scheidung, Trennung, Tod, Verlust des Arbeitsplatzes oder Krankheit beziehungsweise Unfall. Die Zahl der überschuldeten Verbraucher steigt kontinuierlich und ist gemäß Studie bereits zum fünften Mal in Folge über das jeweilige Vorjahresniveau geklettert. Besonders auffällig war der Anstieg um über 35,6% bei den Verbrauchern über 70 Jahren – ein Indiz für nicht mehr ausreichende Renten und steigende Lebenshaltungskosten. Viele Unternehmen setzen daher auf Bonitätsprüfungen, um Risiken zu erkennen und risikospezifische Entscheidungen vornehmen zu können. Kommt es dennoch zu einer offenen Forderung, muss ein konsequentes Forderungsmanagement zum Einsatz kommen, um die Forderung zu realisieren.

Fazit

Forderungen gehören für Unternehmen zu einem stetigen Begleiter. Damit diese auch beglichen und nicht zu einer finanziellen Bedrohung werden, ist es wichtig, das Risiko eines Forderungsausfalls mittels eigener Zahlungsdaten und externer Bonitätsinformationen zu bestimmen und zu bewerten. Sollte eine Forderung dennoch offenbleiben, ist die Kommunikation der Schlüssel, um Hintergründe zu erfahren und eine Lösung für die Zahlung zu treffen. 

Damit Sie sich auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren können, hilft Ihnen Regis24 durch die Anschriftenermittlung sowie durch die Lieferung von Bonitätsinformationen und Kommunikationsdaten (Anschrift, E-Mail, Telefon) zu Ihren Kunden. 

 

Newsletter abonnieren

Neueste Beiträge