„Wir brauchen zukunftsfähige Regeln.“ – Dr. Johanna Schmidt-Bens ist neue Datenschutz-Expertin bei Regis24

Aurica Voss
04. Juni 2020

„Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“ ist nicht nur der Titel eines Buches, das für Dr. Johanna Schmidt-Bens, LL.M., sehr prägend war, sondern steht metaphorisch auch für einen integralen Bestandteil ihrer neuen Aufgabe bei Regis24: den Datenschutz! Wir freuen uns überaus, die technikaffine Juristin an Bord zu haben.

„Um praktikabel Datenschutz machen zu können, brauchen wir Regeln, die uns zukunftsfähig handeln lassen.“

Eines ihrer Ziele bei Regis24, sagt Johanna, ist es, die Arbeit und die Produkte unserer „Auskunftei der Zukunft“ für KundInnen, PartnerInnen und VerbraucherInnen noch verständlicher und nachvollziehbarer zu machen und so die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu fördern. „Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt, es ist viel Awareness da und keine einzige verschlossene Tür für das Thema Datenschutz“, sagt Johanna über ihren Eindruck nach den ersten Wochen bei Regis24. Genau hier möchte sie gerne ansetzen und vor allem im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und Technologien bereits jetzt die Voraussetzungen für Nahbarkeit und Transparenz schaffen.

„Informationelle Selbstbestimmung als Grundrecht ist eine tolle gesellschaftliche Errungenschaft. Damit ich überhaupt ein Recht ausüben, also selbstbestimmt handeln kann, muss ich informiert werden“, so Johanna. „Ich muss aber auch informieren darüber, welche Daten auf welche Weise verarbeitet werden und welche Technik dabei eine Rolle spielt. Ich glaube, das reizt mich am Datenschutz so sehr, auch wenn er mir beispielsweise bei neuen Geschäftsmodellen hin und wieder Kopfzerbrechen bereitet.“ Deshalb sei es auch Aufgabe des Gesetzgebers, nachzubessern und zukunftsfähige Regeln zu erstellen. Das fehle ihr noch. „Um praktikabel Datenschutz zu machen, brauchen wir Regeln, die es uns ermöglichen, zukunftsfähiger zu handeln, sodass innovative Ansätze und Modelle nicht verhindert werden.“

Ursache und Wirkung verstehbarer machen

Über ihre Vorstellung davon, wie für sie die „Auskunftei der Zukunft“ aussieht, sagt Johanna: „Ich möchte gerne daran mitwirken, dass eine Auskunftei auf dem Markt ist, die positiv wahrgenommen wird. Zum einen von den Menschen, mit deren Daten wir umgehen, ganz klar: Für die Verbraucherinnen und Verbraucher Ursache und Wirkung verstehbarer zu machen und damit auch positive Effekte, empfinde ich als wesentlich. Zum anderen wünsche ich mir aber auch, für die Wirtschaftsteilnehmer und Stakeholder sichtbarer zu machen, was hinter den tollen Produkten steht, die hier entwickelt werden, und welchen Mehrwert ihre Nutzung auch für die Wirtschaft bringt.“ Dazu gehöre auch, das Unternehmen auf dem Markt bekannter zu machen, um so mehr Vielfalt anbieten zu können.

„Mein Eindruck ist, dass Regis24 sehr großen Wert auf eine Herangehensweise im Bereich Auskunftei legt, die sich vom Wettbewerb abhebt“, sagt Johanna auf die Frage, warum sie sich für Regis24 entschieden hat. „Das Unternehmen ist sehr bestrebt, seine Produkte stetig weiterzuentwickeln und setzt auf eine Strategie, auf deren Basis agiler als anderswo zusammengearbeitet wird und deren Bestandteil es ist, die Prozesse nach außen transparenter zu erklären.“ Sie habe Regis24 als sehr aufgeschlossen, innovativ und divers wahrgenommen, und das habe sie schließlich dazu bewogen, sich zu bewerben.

„Meine Liebe zum Datenschutz ist nach wie vor ungebrochen.“

Johanna ist seit langem leidenschaftliche Datenschützerin und hat sich diesem vielseitigen Thema bereits in ihrem Studium und in ihrer Doktorarbeit verschrieben. Während dieser Zeit streifte sie aufgrund ihrer Vorliebe für interdisziplinären Austausch auch den IT-Bereich, dessen technische Bezüge und gesellschaftliche Relevanz (Stichwort: KI) sie auf Anhieb derart begeisterten, dass sie beide Fachgebiete – Jura und IT – kurzerhand verknüpfte.

Ihre ausgeprägte Affinität zum Datenschutz schreibt sie dem Facettenreichtum zu sowie dem Umstand, dass in diesem Bereich ständig Neues passiert. „Es ist ein enorm spannender Bereich, in dem sich politisch und technologisch sehr viel bewegt. Ich mache mir Gedanken darüber, was gesellschaftliche Auswirkungen sein können. Es gibt verschiedene Ansichten, Diskussionen, viel Unsicherheit auch mittlerweile durch die neuen Regelwerke und Bußgelder. Da gibt es natürlich nicht nur eine Auffassung. Umso spannender finde ich es, an der ‚Front‘ zu arbeiten.“

Auch Urs Bader, Geschäftsführer von Regis24, zeigt sich begeistert über Johannas Entscheidung, zu uns zu kommen: „Mit dem Start von Dr. Johanna Schmidt-Bens ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur ‘Auskunftei der Zukunft‘ gelegt“, so Bader. „Mit ihrer Unterstützung wird es Regis24 gelingen, bei der Adaption neuester Technologien, der Anpassung an veränderte Marktbedingungen sowie bei der Umsetzung datenschutzrechtlicher und anderer regulatorischer Vorgaben noch schneller und kreativer zu sein als der Wettbewerb. Johanna wird nicht nur uns, sondern auch unsere Kunden glücklich machen, weil sie einfach jede datenschutzrechtliche Herausforderung meistert."

In ihrer Rolle als Senior Legal Counsel wird Johanna schwerpunktmäßig Regis24-Projekte und deren Stakeholder datenschutzrechtlich beraten und Datenschutzverträge mit Kunden verhandeln. Zusätzlich wird sie Strategien im Bereich Softwarelösungen für Paymentanbieter und Unternehmen anderer Branchen entwickeln. Sie freut sich zudem auf die Zusammenarbeit mit Verbänden und weiteren relevanten Institutionen, und auch Publikationen und Fachvorträge ihrerseits sind geplant.

„Galgenhumor ist in meinem Rechtsgebiet erforderlich.“

Gesellschaftlich relevante Themen enden bei Johanna übrigens nicht mit dem Feierabend. Nach ihrem Lebenstraum gefragt, sagt sie, der wäre früher ganz klar gewesen: eine Weltreise, andere Länder, neue Menschen, Sprachen, Kulturen. Als große Naturliebhaberin habe sich das für sie jedoch mittlerweile geändert: „Das Reisen finde ich nach wie vor spannend, aber das clasht jetzt natürlich mit dem Klima- und Umweltschutz, der mir definitiv wichtiger ist. Ich möchte nicht, dass im Meer mehr Plastik als Plankton ist.“ Deshalb sei es ihr größter Traum, Klima- und Umweltschutz wieder viel stärker zu verankern. „Die Natur hat keine starke Lobby. Umso wichtiger und sinnvoller finde ich es, den Fokus auf sie zu setzen. Das kann man aber nicht allein schaffen, das ist der Punkt.“

Gibt es trotzdem Dinge, über die Johanna noch lachen kann? „Ja, auf jeden Fall Galgenhumor“, antwortet sie prompt, „der ist sowieso in meinen Rechtsgebiet total erforderlich. Wortwitz mag ich gerne, Situationskomik, Ironie auf jeden Fall. Das ist etwas, glaube ich, das mir auch gerade in Krisenzeiten hilft.“

Liebe Johanna, herzlich willkommen in unserem Team. Wir wünschen dir, dass du bei uns immer einen Grund zum Lachen hast.

Lesen Sie zum Thema Datenschutz und über den Umgang mit Daten in der Zukunft auch "Eine Vision für die digitale Identität".