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Zahl des Monats: 10,04 Prozent

30. November 2018

Über 6,9 Millionen Deutsche über 18 Jahre sind aktuell überschuldet. Dies geht aus dem von der Creditreform veröffentlichten „Schuldneratlas Deutschland 2018“ hervor. Somit liegt die gesamtdeutsche Überschuldungsquote bei 10,04 Prozent. Die Zahl der überschuldeten Verbraucher ist demnach bereits zum fünften Mal in Folge gestiegen, allerdings weniger deutlich als in den beiden Vorjahren.

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Altersüberschuldung steigt bedenklich

Während bei den überschuldeten Verbrauchern unter 50 Jahren mit 108.000 Fällen weniger als im Vorjahr eine positive Entwicklung zu verzeichnen sei, sorge die Entwicklung bei den älteren Altersgruppen mit 127.000 neuen Fällen für Bedenken. Bei den Verbrauchern ab 70 Jahren sei die Überschuldungsquote um besorgniserregende 35,6 Prozent gestiegen. Dieser drastische Anstieg sei ein Indiz für nicht mehr ausreichende Renten. Ein weiterer Hinweis sei die Zunahme von Erwerbstätigkeiten im Rentenalter: Immer mehr Senioren müssten sich etwas zur Rente dazuverdienen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können.
Auch das stetig steigende Preisniveau für Wohnraum wirke sich auf die Überschuldungsquote aus. Viele Verbraucher litten unter einer zu hohen Mietbelastungsquote – also dem Anteil der Miete gemessen am Einkommen – und seien somit einem Überschuldungs- oder sogar Armutsrisiko ausgesetzt.

Regulierung des Wohnungsmarktes gefordert

Die Studie prognostiziert, dass sich die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Zukunft weiter erhöhen wird. Hierfür seien auch globale Faktoren, die die konjunkturelle Entwicklung negativ beeinflussen, verantwortlich zu machen. Trotz niedriger Arbeitslosigkeit und Hochkonjunktur leide die Wirtschaft aktuell beispielsweise spürbar unter steigenden Rohstoffpreisen, dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie dem Brexit. Lösungsansätze sieht die Studie vor allem in einem Aufbau der Vollzeitbeschäftigung sowie einer stärkeren Regulierung des Wohnungsmarktes.

Quelle Abb.: © Andrew Khoroshavin / pixabay.com