Inside Regis24
Demo

Was ist ein Melderegister und wozu dient es?

Aurica Voss
22. Februar 2019

Ohne Melderegister keine Anschriftenermittlung: Das Melderegister ist ein amtliches Verzeichnis, in welchem alle der Meldepflicht unterliegenden Personen mit ihrer aktuellen Anschrift sowie mit weiteren personenbezogenen Daten, sogenannten Meldedaten, erfasst werden. Wie das Melderegister in Deutschland geführt wird, welche Daten gespeichert werden dürfen und wer unter welchen Voraussetzungen diese Daten abrufen darf, erklärt dieser Artikel.

Der funktionale und rechtliche Rahmen des Melderegisters

In Deutschland beruht das Erheben, Speichern, Verwenden und Löschen der Meldedaten zu einer Person auf der Rechtsgrundlage des Bundesmeldegesetzes, der Meldegesetze der Länder sowie auf Rechtsverordnungen. Jede Bundesbürgerin und jeder Bundesbürger unterliegt der gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht, sich an einem neuen Wohnort anzumelden - der sogenannten Meldepflicht. Ein Eintrag im Melderegister erfolgt also immer dann, wenn sich eine Person an- bzw. ummeldet oder eine andere Behörde entsprechende Daten übermittelt. Das Einwohnermeldeamt kann aber auch selbst „von Amts wegen“, das heißt ohne Antrag eines Betroffenen oder unabhängig davon, Ermittlungen durchführen und diese ermittelten Daten registrieren.

Verwaltet wird das Melderegister dezentral von den Einwohnermeldeämtern, also kommunalen Behörden, die für die Meldepflicht zuständig sind. Sie erfüllen in erster Linie den Zweck, Personen zu registrieren und zu identifizieren und deren aktuellen Wohnort festzustellen. Insgesamt gibt es derzeit etwa 5.300 solcher Meldebehörden in Deutschland.

Regis24_Blog_Archiv_Akten_450x300

Zu den Aufgaben und Befugnissen der Meldebehörden zählen nicht nur die Registrierung der Einwohner in ihrem Zuständigkeitsbereich, um deren Identität und Wohnungen feststellen und nachweisen zu können. Darüber hinaus dient die Erhebung der Daten im Melderegister auch dem Nachweis der Richtigkeit bei der Ausstellung von Personalausweisen, Pässen und Lohnsteuerkarten, bei der Vorbereitung und Durchführung von Wahlen zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament, aber auch bei staatsangehörigkeitsrechtlichen sowie waffenrechtlichen Verfahren.

Welche Daten werden melderechtlich erhoben?

Erfasst werden im Melderegister personenbezogene Daten von Personen einer Gemeinde oder Stadt, die sich dort anmelden. Darunter fallen beispielsweise die aktuelle Anschrift sowie frühere Adressen, der vollständige Name, die Ausweisnummer, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit sowie Einzugs- und Auszugsdaten zu den registrierten Meldeanschriften. Eine vollständige Übersicht der Meldedaten, deren Umfang im Bundesmeldegesetz geregelt ist, welches am 1. November in Kraft getreten ist und das Melderechtsrahmengesetz abgelöst hat, finden Sie am Ende dieses Artikels.

Das Melderegister ist nicht öffentlich einsehbar, daher unterliegen Meldebehörden keiner Auskunftspflicht gegenüber Unternehmen oder Privatpersonen. Diese können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Melderegisterauskünfte einholen oder Dritte damit beauftragen. Dabei wird je Auskunft eine Gebühr erhoben, die von Meldebehörde zu Meldebehörde variiert. Auch die Beauskunftung selbst liegt im Ermessen der einzelnen Meldeämter oder deren Kommunen. 

Welche Daten werden herausgegeben und an wen?

Die personenbezogenen Daten, die von behördlicher Seite herausgegeben werden dürfen, umfassen bei der einfachen Melderegisterauskunft ausschließlich die aktuelle Anschrift und werden auch nur dann übermittelt, wenn mit den angefragten Daten die gesuchte Person eindeutig identifiziert werden kann. Darüber hinaus gibt es auch noch die erweiterte Melderegisterauskunft, die jedoch nur bei Glaubhaftmachung eines berechtigten Interesses erteilt wird und bestimmte, über die aktuelle Adresse hinausgehende Personendaten erteilt, beispielsweise ein Umzugsdatum.

Im Rahmen der Anschriftenermittlung können Melderegisterauskünfte schriftlich oder online beantragt werden. Für Unternehmen und öffentliche Stellen lohnt es sich, hierfür Dienstleistungsunternehmen zu beauftragen.

Regis24 bieten Ihnen eine professionelle Anschriftenermittlung und damit einhergehend qualitätsgeprüfte Adressinformationen, eine hohe Trefferquote und hilft durch optimierte Ermittlungsprozesse bei der Einsparung von Kosten und Rechercheaufwand.Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne individuell zu unseren vielfältigen Lösungen. 

 

Meldedaten, die nach § 44 des Bundesmeldegesetzes (BMG) im Melderegister gespeichert werden dürfen:

  • Familiennamen
  • frühere Namen
  • Vornamen
  • Doktorgrad
  • Ordensname, Künstlername
  • Tag und Ort der Geburt
  • Geschlecht
  • gesetzlicher Vertreter (Vor- und Familiennamen, Doktorgrad, Anschrift, Tag der Geburt, Sterbetag)
  • Staatsangehörigkeiten
  • rechtliche Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft
  • gegenwärtige und frühere Anschriften, Haupt- und Nebenwohnung, bei Zuzug aus dem Ausland auch die letzte frühere Anschrift im Inland
  • Tag des Ein- und Auszugs
  • Familienstand, bei Verheirateten oder Lebenspartnern zusätzlich Tag und Ort der Eheschließung oder der Begründung der Lebenspartnerschaft
  • Ehegatte oder Lebenspartner (Vor- und Familienname, Doktorgrad, Tag der Geburt, Anschrift, Sterbetag)
  • minderjährige Kinder (Vor- und Familiennamen, Tag der Geburt, Sterbetag)
  • Ausstellungsbehörde, -datum, Gültigkeitsdauer und Seriennummer des Personalausweises/Passes
  • Übermittlungssperren
  • Sterbetag und -ort